Max Hellmich


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Max Hellmich

*  24.07.1867 in Grünberg (Zielona Góra)
 19.05.1937 in Breslau (Wrocław)

Lebensdaten: 1886 OsternReifezeugnis am Realgymnasium Rawitsch
1886 - 1889Ausbildung zum Landmesser in den Katasterämtern Rawitsch und Berlin und vier Semester Studium an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin
1889 OsternBestallung zum Landmesser
1889 - 1893Landmesser bei der Kgl. Generalkommission in Neiße
1892Heirat mit der Tochter des Pastors Schwarzer aus Ossig, Kreis Lüben. Aus dieser Ehe gegen zwei Söhne und eine Tochter hervor.
1893 - 1897Landmesser bei der Kgl. Generalkommission in Oppeln
1897 - 1909Landmesser bei der Kgl. Generalkommission in Glogau
1909 - 1916Landmesser bei der Kgl. Generalkommission in Breslau
1911Ernennung zum Oberlandmesser
1914 - 1915Kriegseinsatz in Russisch-Polen als Postenoffizier beim Bau von Befestigungen und bei Vermessungsarbeiten.
1916 - 1919Dienstversetzt nach Stettin in Pommern
1919Im November Rückkehr nach Schlesien, Arbeit beim Landeskulturamt in Liegnitz.
1927Ende des Jahres Pensionierung und Umzug nach Breslau.
ab 1928Forschungsstipendium für fünf Jahre, der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaften, zur Erforschung der schlesischen Burgwälle.

Hauptverdienste:

Max Hellmichs Verdienst ist von großer Bedeutung für die schlesische und deutsche Steinkreuzforschung. Mit seinem Werk "Steinerne Zeugen des mittelalterlichen Rechts in Schlesien. Steinkreuze, Bildstöcke, Staupsäulen, Galgen, Gerichtstiche", erschienen 1923 im Selbstverlag in Liegnitz, setzte er neue Maßstäbe für die Steinkreuzliteratur. Aber nicht nur mit der Erforschung der schlesischen Steinkreuze und ähnlicher mittelalterlicher Rechtsdenkmale beschäftigte sich Max Hellmich, weitere Zweige seiner Forschungen waren die Burgwallanlagen seiner Heimat, dabei verwendete er Luftbilder zum Auffinden vom Boden nicht sichtbarer Burgwälle, er ist somit ein Vorreiter der modernen Luftbildarchäologie. Die vorgeschichtliche Einbaumfunde und die bäuerliche Architektur in Schlesien, insbesondere Bienenstöcke und den oberschlesische Laimes, ein bäuerlicher hölzerner mit Lehm verkleideter Speicherbau, hatten ihn zu Forschungen angeregt. Er beschäftigte sich auch mir den Sagen seiner Heimat, den Siedlungsformen und der Siedlungsgeschichte Schlesiens. Durch seine reiche berufliche Erfahrung verbesserte er den "Goetzeschen Böschungsmessers“. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er in ca. 100 Abhandlungen und Büchern.


Publikationen: 1909Schlesische Geschichtsblätter: Aufruf zur Mitteilung von Nachrichten über das Vorkommen von Steinkreuzen in Schlesien.Nr.3, S.64-67
1909Schlesische Steinkreuze, in: Schlesische Zeitung. Breslau den 27. Juni 1909, 168. Jahrgang. Nr.242, Dritter Bogen
1918Koresspondenzblatt des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts- und Altertumsvereine: Nochmals die Teufelskrallen und Näpfchen an alten Bauwerken.66.Jg., Nr.3/4, Sp.71-78
1919Guda Obend! Glatzer Volkskalender für das Jahr 1919: Steinerne Zeugen mittelalterlicher Gerichtsbarkeit in der Grafschaft Glatz, 9.Jg., 1919, S.98-103
1923Steinerne Zeugen des mittelalterlichen Rechts in Schlesien. Steinkreuze, Bildstöcke, Staupsäulen, Galgen, Gerichtstiche. Mit 434 Abbildungen auf 13 Tafeln. Beschreibung von Selbstverlag, Liegnitz.
1925Schlesischer Heimatkalender: Wetz- und Schleifspuren an Kirchen, Stadttoren und anderen Bauwerken.
1925 *Unsere Heimat. Monatsblätter für Heimatkunde und Heimatkultur. Beilage zur Frankenstein-Münsterberger Zeitung: Steinkreuze im Kreise Frankenstein.
1926 *Schlesische Zeitung, Illustrierte Beilage: Schlesische Sühnekreuze.
1926 *Schlesische Zeitung, Illustrierte Beilage: Peinliches Gericht in Schlesien.
1926 *Schlesische Zeitung, Illustrierte Beilage: Pestkreuze.
1926Schlesische Monatshefte: Strafrecht und Strafvollzug in der Vergangenheit Schlesiens. Nr.10, S.409-416
1926Schlesische Monatshefte: Schlesische Totschlagssühnen. 1926, Nr.12,S.507-514
1926Altschlesien. Mitteilungen des Schlesischen Altertumsvereins: Die Grünberger Klappersteine, ein Werkzeug mittelalterlichen Strafvollzuges in Schlesien. Mit Abbildung auf Tafel XXXXII 2. Band. I, H.3/4, S.259-261
1930Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde: Steinerne Zeugen mittelalterlichen Rechts in Schlesien. 31.-32.Jg., S.196-207, mit 3 Verteilungskarten. Ergänzungen und Berichtigungen zum Buch von 1923 mit dem gleichen Titel.
1930Zeitschrift des Vereins für Geschichte Schlesiens: Buchbesprechung zu „Oskar Herr, Steine am Weg“. 64.Jg., S.318-319
1931Volk und Rasse: Gerichtstische, Staupsäulen und Galgen in Schlesien, 6.Jg., Heft 2, S.90-97
1931Die Grafschaft Glatz. Illustrierte Zeitschrift des Glatzer Gebirgsvereins: Reste mittelalterlicher Gerichtsbarkeit in der Grafschaft Glatz, 26.Jg., Nr.3, Glatz, 15. Mai 1931, S.69-72
1931 *Schlesische Illustrierte Zeitung. Beilage zur Schlesischen Zeitung: Gerichtstische in Schlesien, 6.Jg., 01.08.1931, Nr.31
1932Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde: Schlesische Strafrechtsaltertümer. 33.Jg., S.84-100
1933Schlesische Monatshefte: Wenn Steine Reden...! 10.Jg., 1933, Nr.6, S.186-195
1934Schlesische Monatshefte: Zwei Schwerter des peinlichen Gerichts in Schlesien.Nr.1, S.19-24
1934 *Nordschlesische Tageszeitung. Glogau: Das Glogauer Richtschwert. 3.Jg., Nr.29, 03.02.1934
1934 *Nordschlesische Tageszeitung. Glogau: Steinkreuze im Kreis Glogau. Alte Sagen von grausen Morden- Sühnekreuze zum Heile der Erschlagenen, 3.Jg., Nr.84, 11.04.1934
1934 *Schlesische Zeitung. Breslau: Unbekannte Staupsäulen besonderer Art. Nr.398, 08.08.1934
1934Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde: Der Ursprung der mittelalterlichen Steinkreuze, 34.Jg., 1934, S.139-153

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(recherchiert von Uwe Stößel, Saalfeld)


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