Mecklenburg-Vorpommern
Kreisfreie Stadt Greifswald
Foto: Basler |
PLZ:
174XXGPS:
N 54° 5,815', O 13° 23,048'Standort:
Im Inneren der Marienkirche in Greifswald, im Durchgang zwischen Turm und Kirchenschiff.Größe / Material:
171:89:21 (ohne Sockel) / Gotländischer Kalkstein.Geschichte:
Der Stein, der die Form einer Platte hat, ist in der Kirchenwand eingemauert. Unterhalb der Platte befindet sich ein Sockelstein, mit den Abmessungen Höhe 0,96m, Breite 0,97m, sichtbare Dicke 0,23m.= Siehe, das ist deine Mutter - Weib, siehe, das ist dein Sohn. |
Ignoscendo meis qui pupugere reis. Erbarm dich mein O heilger Gott. Der ich ohn Schuld bin geschlagen todt. Den Thätern wolstus auch vergebn. Die mich gebracht han umb das Leben. |
wart slaghen her Hinrik Rubenow doctor in beiden regte unde borghemeister hyer. oder (nach Daniel Cramer, 1628): Uppe.nye.iaresave[n]de.des.leste[n].daghes.des.iars.der.bord.Xpi[=Christi] m.cd.IXII. wart.slaghe[n].her.hinrik.rubenow.doctor.in.beide[n].regte[n] u[n]d[e].borgh[er].meister.hyr. = Auf Neujahrs abend, am letzten Tage des Jahres der Geburt Christi 1462 ward erschlagen Herr Heinrich Rubenow, Doktor beider Rechte und Bürgermeister hier. |
In der Stadt Gripswald / Hertzogthumbs Wolgasts (das andere Bardt nennen) wohnete der Zeit eines vortrefflichen alten geschlechts auffrichtiger Mann/ der
rechten Doc. und Bürgermeister daselbst. Welcher ob er sich wol mit vielen der Stadt erzeigten wolthaten/ sonderlich aber auch / dz des orts ein hohe Schul/
durch sein befürdern / mit statlichen darauff erlangten privilegien uń ausskunfften/ zu besoldung der Professorn angerichtet
worden/ bey männiglich sehr verdinet gemachet:
Sage:
Vor ungefähr 400 Jahren hat in Greifswald ein Bürgermeister gelebt, Namens Doctor Heinrich Rubenow. Demselben hat die Stadt zwar vieles zu verdanken gehabt, indem es besonders seinen Bemühungen gelang, daß die Universität nach Greifswald kam. Er war aber auch von unruhigem und rachsüchtigem Gemüthe, so daß er die Stadt in viele Streitigkeiten verwickelte, und mancherlei Ungemach über sie brachte. Wenn er dann zur Verantwortung gezogen wurde, so wußte er sich immer herauszureden, und er wurde aus einem Angeklagten ein Ankläger. So ließ er noch zuletzt den anderen Bürgermeister, Diedrich von Dörpten, als einen Aufrührer zum Tode verurtheilen und auf offenem Markte hinrichten. Auf solche Weise hatte er sich viele Feinde gemacht, und sein Ende war, daß er im Jahre 1462 auf jämmerliche Weise ermordet wurde. Das sollen die Rathsherren selbst gethan haben. Man sagt auch, daß es in seinem eigenen Hause geschehen sey, und zwar unten auf dem Hausflur, gleich an dem dort befindlichen Hals der Kellertreppe. Denn in diesem Hause, welches in der Baaderstraße liegt, und jetzt von dem Bürgermeister Billroth bewohnt wird, sieht man noch oft des Abends seinen Geist. Er erscheint gewöhnlich mit Peitschenknall. Er sieht sehr bleich aus, und trägt eine große Pelzmütze. Man sieht ihn nur in der Gegend des Kellerhalses, hinter dem er auch wieder verschwindet. (Temme 1840)Quellen und Literatur:
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