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Großschwabhausen


Abbildung bei
Timpel / Grimm (1975)
Störzner (1984)

Rekonstruktion von
U. Gembusch (2008)

PLZ: 99441

GPS:

Standort: Parkplatz an der Lindenallee oberhalb der Schule.

Größe / Material: 195:60:27 / Sandstein

Geschichte: F.Störzner schrieb, dass er schon bei seiner Katalogisierung der Steinkreuze sich nicht ganz sicher war, ob der Stein in der Toreinfahrt zu den Sühnekreuzen gezählt werden kann. Aus heutiger Sicht würde er ihn nicht mehr dazu zählen.
Es mag zwar sein, dass der Stein nicht zu den Sühnekreuzen gezählt werden kann, aber meiner Meinung nach sind der Stein in der Toreinfahrt und mein Fund identisch. Dieser Stein hat zwar dann nicht die lange und sagenhafte Geschichte eines Sühnekreuzes, ist aber meiner Meinung nach auch wert, erhalten zu werden.
Ich werde mich mal umhören, ob nicht doch irgendein Heimat- oder ähnlicher Verein bereit ist, diesen Stein zu erhalten. Denn wenn er noch länger an diesem Platz neben einem Komposthaufen liegt, wird er vielleicht eines Tages aufgeladen und als Bauschutt entsorgt.
Das hat er nun wirklich nicht verdient, etwas Geschichte hängt trotzdem daran. (Gembusch 2008)

Bei dem Neubau der Toreinfahrt wurde das Steinkreuzfragment entfernt und am jetzigen Standort abgelagert.
Auf der aktuellen Aufnahme ist rechts deutlich der Schaft zu erkennen, welcher mit dem vermauerten (Abb. Störzner) identisch zu sein scheint. Beim mittleren Bruchstück würde es sich demnach um den Kopf und den linken Arm handeln. Einen Beitrag und eine weitere Aufnahme zu diesem Steinkreuz finden Sie im Forum.

Im Januar 2007 teilte das Thüringer Landesamt für Bodendenkmalpflege auf Anfrage mit: "[...] wir haben Ihren Steinkreuzfund in Großschwabhausen vor Ort begutachtet. Bei dem Objekt handelt es sich um eine Spolie, einen ehemals in ein Mauerwerk eingebauten Werkstein, der als Balkenträger diente (auch "Kragstein") [...]"
Es steht außer Zweifel, dass dieses Steinkreuz in zweiter Verwendung ein Werkstein zum Füllen des Mauerwerkes war und dafür nochmals bearbeitet wurde. Das berichtet schon 1888 Lehfeldt. Es steht aber ebenso außer Zweifel, dass dieser schon 1888 als Kreuzstein bezeichnete Stein nicht als Spoile geschaffen wurde. Würden alles Steinkreuze und Kreuzsteine, die in zweiter Verwendung vermauert waren, eine Grenzmarkiertung erhielten o.a. als nicht erhaltungswürdig eingestuft, beträfe das den überwiegenden Teil der bekannten Denkmale diesen Typus.

Ortsmitte, 30m westlich des Feuerwehr-Gerätehauses, bündig eingefügt in den südlichen Pfeiler der Toreinfahrt zum Grundstück Nr.5. Das Steinkreuz stand bis um 1875 am nordöstlichen Ortsrand. Stark umgearbeitete lateinisches Steinkreuz. Nicht allseitig sichtbar und durch die Umarbeitung kaum noch als Steinkreuz erkennbar. (Störzner 1984)

Steinkreuzfragment, Ortslage, im Tor Haus Grosse. Das Kreuz stand früher am nordöstlichen Dorfrand, es wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jh. Von dort entfernt und eingemauert (Mitteilung H. Stiebritz, Großschwabhausen). Großes Steinkreuz, ein Arm abgeschlagen. Das Kreuz ist nachscharriert und als linker Torpfosten vermauert. Material Sandstein. Maße: 1,98x0,60x0,27m. (Timpel / Grimm 1975)

Im Besitz von Herrn G. Scheide:
Ehemaliger Kreuzstein als Thorstein verwendet, weshalb der eine Arm abgehauen und die Flächen zum Theil abgearbeitet worden. (Lehfeldt 1888)

Sage:

Quellen und Literatur:
Lehfeldt, Dr. Paul - Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Heft I, Grossherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach, Amtsgerichtsbezirk Jena, 1888, S.69
Timpel, W. / Grimm, P - Die ur- und frühgeschichtlichen Bodendenkmäler des Kreises Weimar. Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar 1975, S.108-109
Störzner, Frank - Steinkreuze in Thüringen / Inventar Bezirk Erfurt, 1984, Nr.274
recherchiert und bebildert von Hans-Ulrich Gembusch, Uhlstädt-Kirchhasel


Sühnekreuze & Mordsteine