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Rathendorf


Abbildung bei
Kuhfahl (1928)

Abbildung bei
Quietzsch (1980)

PLZ: 04657

GPS:

Standort: Bei Penig. Aus Richtung Obergräfenhain vor dem Ortseingang links in einer Fichtenschonung.

Größe / Material: 52:25:20 / Porphyr

Geschichte: Wird der "Bärenstein" genannt, weil an dieser Stelle ein Mensch durch einen Bären getötet worden ist, erzählt man sich im Dorf. Entstehungszeit: ca.1600.

Ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar - Kopf flach, NW-Arm nur im Ansatz vorhanden, SO-Arm fehlt, vom geraden Schaft fehlt das Fußstück.
NO-Seite, im Kreuzungsfeld und auf den Schaft reichend, eingeritzt: nur von über Gürtellinie bis zu den Füßen erhaltene menschliche Figur, nach links gewandt, wird rücklings durch ein nicht völlig erhaltenes undefinierbares Tier angefallen. Unter der Figur möglicherweise Jahreszahl oder Buchstaben eingeritzt - sehr fraglich, da lediglich schwach erkennbar. Kuhfahl (1928), erkannte die Einritzung einer menschlichen Figur nicht an, entgegen der Tatsache. (Quietzsch 1980)

Auf dem formlosen Stumpf bei Rathendorf, an dem ein Forscher den Unterteil einer menschlichen Gestalt nach Art der Jahnshainer gesehen haben will, konnte ich meinerseits nichts davon feststellen; er zeigt deutlich zwei parallele Linien wie von einem Stab oder einer Schwertklinge. (Kuhfahl 1928)

Sage: Ein fremder Musiker (Bärenführer), der nachts nach Obergräfenhain ging, wurde von (s)eincm Bären angefallen und zerrissen (1962 mündlich von Otto Reimann, Obergräfenhain).
Dargestellt ist ein Mann, der von einem Bären gefressen worden wäre.

Quellen und Literatur:
Pfau, W.C. - Sind die alten Steinkreuze Grenzzeichen?, Erzgebirgszeitung, 28.Jg., 1907, S.78
Kuhfahl, Dr. G.A. - Die alten Steinkreuze in Sachsen, 1928, Nr.207, S.129
Kuhfahl, Dr. G.A. - Die alten Steinkreuze in Sachsen, Nachtrag, 1936, Nr.222
Quietzsch, Harald - Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Inventar Bezirk Leipzig, 1980, S.63-64
aktuelle Aufnahme von Sven Gerth, Pfaffroda (Foto von April 2003)


Sühnekreuze & Mordsteine