Deutschland Nordrhein-Westfalen Lkr. Recklinghausen

Natrop (I) / OT von Datteln


Blick auf den
neuen Standort

Abbildung bei
Brockpähler (1963)
am alten Standort

PLZ: 45711

GPS: N 51° 39,368', O 7° 20,781'

Standort: Im "Hermann-Grochtmann-Museum", Stadtgeschichtliche Sammlungen (Erdgeschoß), Genthiner Straße 7.

Größe / Material: 76:53:11 / Sandstein

Geschichte: An separat angefertigtem Stahlgestell befestigt. Kopf: vorn oben links schräg abgeschlagen, Fußende: schräg abgebrochen. Mittlerweile befindet sich das Steinkreuz nicht mehr, wie bei Koppe / Koppe beschrieben auf dem Freigelände, sondern erhielt einen Platz im Museumshaus.

[...] Auch das zweite Kreuz, das sich einmal in der Nähe befand wurde bei Brockpähler aufgenommen. Bis Mitte der 70er Jahre stand das Steinkreuz aus grauem Stimbergsandstein unter einer jungen Eiche an einem Feldweg, der rechts von der Bundesstraße (Richtung Olfen) beim Kilometer 31,1 abzweigt. Als die B 235 ausgebaut wurde, brachte man es in das Dattelner Heimatmuseum, wo es noch heute auf dem Freigelände zu sehen ist.
Ursprünglich stand es bis kurz vor dem 1. Weltkrieg unter einer alten Linde, etwa fünfzig Meter nordöstlich seines späteren Standortes. Als das dortige Sandvorkommen abgebaut wurde,setzte man es an die Landstraße Datteln-Olfen. In der Nachbarschaft, der Flur "Riethkamp", war ein weiträumiges vorgeschichtliches Gräberfeld. Vermutet wurde an der Stelle auch der Sitz eines mittelalterlichen Femegerichtes (Freistuhl).
Die Kreuzinschrift ist stark verwittert, unterhalb des rechten Kreuzarms befindet sich im Schaft ein Einschnitt, der von einer Steinsäge stammen könnte. Das vor über zwanzig Jahren für das Brockpählersehe Buch angefertigte Foto zeigt noch eine relativ gut erhaltene Inschrift, sie lautet: Anno 1643 ist der ersatne Melchior Weber in den Herrn endslapfen
In der Mitte ist das Zeichen I H S eingemeißelt (Christuszeichen), darunter im Schaft ein kleines Sonnenrad und ein Herz. Die übrigen Inschriften im unteren Schaftbereich sind nicht zu deuten. Brockpähler gibt zur Deutung des Kreuzes zwei Volksüberlieferungen wieder, die ihm der verstorbene Heimatvereinsleiter Schumacher mitgeteilt hat. Nach der einen Version soll das Kreuz früher von einem Friedhof geholt worden sein; nach der zweiten gilt es als ein Erinnerungsmal. Am Ort des Kreuzes soll ein Mann von einem tollwütigen Hund gebissen worden und gestorben sein. Sicher ist, daß es sich, nach Aussage der Inschrift, um ein Grabkreuz handelt. Die Fragen, woher es stammt, und warum es dort aufgestellt war, müssen unbeantwortet bleiben. (Koppe / Koppe)

Steinkreuz aus grauem Sandstein vom Stimberg, 76x52x10cm. Es steht unter einer jungen Eiche an einem Feldweg, der nahe beim Kilometerstein 31,1 rechts von der Straße Datteln-Rauschenburg-Olfen abzweigt. Hierhin hat man es vor etwa 50 Jahren gesetzt, als es von seinem ursprünglichen Standort unter einer alten Linde, 50m weiter nordöstlich, weichen mußte, weil das dortige Sandvorkommen abgebaut wurde.
Die nur mit Mühe noch zu entziffernde Inschrift besagt:
Anno
1643 ist
der er
same
Melchior Weber
in den Herren end
slapfen
In der Mitte ist das Christuszeichen IHS eingemeißelt, im Schaft ein kleines Rad und darunter ein Herz(?). Zwei Inschriftzeilen am Fuß sind nicht mehr zu lesen. Das Kreuz erscheint jünger als die (unsichere) Jahreszahl besagt.
In der Nähe des Kreuzes - die Flur heißt Riethkamp - ist ein ausgedehntes vorgeschichtliches Gräberfeld. Heimatforscher vermuten hier den Platz eines Freistuhls. Inschrift und Zeichen auf dem Kreuz lassen darauf schließen, daß es ein Grabkreuz ist. (Brockpähler 1963)

Sage: 1. Das Kreuz ist früher von einem Friedhof hierhin geholt worden.
2. Hier ist ein Mann von einem tollwütigen Hund gebissen worden und gestorben.

Quellen und Literatur:
Brockpähler, Wilhelm - Steinkreuze in Westfalen, 1963, S.27-28
Koppe, Ingrid / Koppe, Werner - Zeugen christlichen Brauchtums im Raum Datteln
Rosemarie Schloßer, Kulturamt Datteln
recherchiert und bebildert von Benno Lux, Lünne



Natrop (II) / OT von Datteln

GPS:

Standort: An der Bundesstraße 235 in Richtung Olfen, nördlich der Kanalbrücke, an der Zufahrt eines Reiterhofes.

Größe / Material: 80:54:18 / Kunststein

Geschichte: [...] Der Weg durch Natrop führt zurück zur Münsterstraße und weiter zur Bundesstraße 235 in Richtung Olfen. Nördlich der Kanalbrücke steht von ehemals zwei Steinkreuzen nur noch eines vor der Einfahrt zum Hof Peveling-Oberhag am Straßengraben. Es handelt sich um ein neues Gedächtniskreuz aus Kunststein. Das kleine, massige Kreuz erinnert an einen Autounfall, der sich an dieser Straße im Jahre 1941 ereignete. Dabei kam der Castroper Augenarzt Dr. Bödeewes zu Tode. Die Kreuzinschrift ist mittlerweile stark verwittert. Wilhelm Brockpähler hat sie jedoch in seinem Buch "Steinkreuze in Westfalen" vermerkt. (Koppe / Koppe)

An der Straße Datteln-Rauschenburg beim Kilometerstein 30,8 steht rechts am Graben ein neues Gedächtniskreuz aus Kunststein von 80x54x18cm Größe.Die Inschrift lautet:
Gedenket
in christlicher Liebe
des Augenarztes
Dr. med.
Karltheo Bödeewes
Oberarzt der
Luftwaffe
* 19. 6. 1909
† 9. 6. 1941
Der Oberarzt aus Castrop fand hier den Tod bei einem Autounfall. (Brockpähler 1963)

Sage:

Quellen und Literatur:
Brockpähler, Wilhelm - Steinkreuze in Westfalen, 1963, S.28
Koppe, Ingrid / Koppe, Werner - Zeugen christlichen Brauchtums im Raum Datteln
Rosemarie Schloßer, Kulturamt Datteln
recherchiert und bebildert von Benno Lux, Lünne


Sühnekreuze & Mordsteine