Deutschland Hessen

Höchst (I) / OT Annelsbach

PLZ: 64739

GPS: N 49° 46,854', O 8° 57,787'

Standort: Am Ortsrand in der Flur Kreuzacker.

Größe / Material: 80:72:21 / Sandstein

Geschichte: Hier verlief die alte Straße nach Höchst. Das Kreuz besitzt gefaste Kanten, die Kreuzarme sind 19 cm breit.

Sage: Ein Schäfer wurde dort erschlagen und in "die" nicht sehr weit entfernte Bach geschleift. Davon wächst heute noch der Klee sehr schlecht auf einem Streifen, der vom Kreuz zum Bach zieht.
Etwas ausführlicher steht die Sage bei Wehrhan (1922). An dieser Stelle ist zu der Zeit, in der die Gegend wenig bevölkert war, wahrscheinlich nach den Pestjahren des Dreißigjährigen Krieges, wo ganze Dörfer, z.B. Pfirschbach, Etzengesäß, Hetschbach, ausgestorben waren, ein Mann von Hummetroth auf seinem Kirchgang nach Höchst in Mörderhand gefallen. Der Mörder schleifte sein Opfer über den Acker und versteckte es in einer Hecke. Der Ort den Verbrechens, der über den Acker genommene Weg, wie auch die Hecke, sind noch heute mit einem Fluch des Himmels belastet; alles was dort wächst, ist klein und gelblich weiß. Da zur Zeit der Untat keine Menschen in der Nähe waren, so rief der Überfallene die Vögel des Himmels zu Zeugen und Rächern an. So oft nun der Mörder an diese Stelle kam, flog ihm eine Amsel ins Gesicht und bearbeitete ihn mit dem Schnabel. Das fiel der Frau des Mannes auf; die drang in ihn und suchte das Geheimnis zu erfahren. Endlich ließ er sich überreden und gestand sein Verbrechen, worauf er auf dem Breuberge gefangen gesetzt wurde. Was weiter mit dem Verbrecher geschah, weiß man nicht mehr.
Auch in einer böhmischen Steinkreuzsage verraten Vögel einen Mörder. Der Teil der Sage, der von dem schlechten Wuchs berichtet, gibt vielleicht einen Hinweis auf irgendwelche Fundamente, wie dies auch sonst schon beobachtet wurde, ein Gedanke, der bei der Nähe römischer Funde in der Haselburg bei Hummetroth nicht abwegig erscheint.

Quellen und Literatur:
Mößinger, Friedrich - Steinkreuze zwischen Rhein, Main und Neckar, Archiv für Hess. Geschichte u. Altertumskunde N.F. XIX, Darmstadt 1936
Wehrhan - Sagen aus Hessen und Nassau, 1922, Nr.154
recherchiert und bebildert von Rudolf Wild, Annweiler-Queichhambach



Höchst (II - IV) / OT Mümling-Grumbach

GPS: N 49° 46,225', O 8° 59,004'

Standort: An der Ortsdurchfahrt der K 85.

Größe / Material: (links) 140:94:29 Sandstein
(mitte) 89:67:20 Sandstein
(rechts) 145:84:22 Sandstein

Geschichte: Die drei stilistisch unterschiedlichen Kreuze wurden 1953 beim Straßenbau gefunden. Das mittlere Kreuz hat stark gefaste Kanten (Fasen ca. 9-10cm breit), das rechte Kreuz trägt ein Wappen und hat leicht gefaste Kanten.

Sage:

Quellen und Literatur:
recherchiert und bebildert von Rudolf Wild, Annweiler-Queichhambach


Sühnekreuze & Mordsteine