Deutschland Hessen Lkr. Bergstraße

Hammelbach / OT von Grasellenbach

PLZ: 64689

GPS:

GPS: N 49° 37,598', O 8° 48,559'

Standort: Auf dem Weg von Fürth-Steinbach zur Tromm, nahe dem Schadhof.

Größe / Material: 69:83 / roter Sandstein

Geschichte: Der Steinkreuzsockel trug vermutlich einst das im Volksmund "Brandschneiderkreuz" bezeichnete Steinkreuz, das in die mittlere quadratische Aussparung eingezapft war. Der volkstümliche Name hat sich im Gewannamen erhalten. Er geht wohl auf einen Übertragungsfehler zurück und müsste korrekt "Braunschweiger Kreuz" lauten.

Sage: 1. Braunschweiger Söldner sollen hier im 30-Jährigen Krieg gefallen und begraben sein.
2. Ein Schneider prahlte damit, den Hexentanz am Kreuzweg beobachten zu wollen. Er legte sich unter eine Egge, die nach dem Volksglauben Schutz vor bösen Geistern bot. Die Hexen entdeckten den Schneider jedoch und ritten daraufhin mit ihren Besen so heftig über die Egge, dass der Schneider qualvoll zu Tode kam.

... Im hinteren Odenwald trifft der Wanderer häufiger solche alten Steinkreuze, im vorderen Odenwald sind sie recht selten geworden. Manchmal deutet nur noch ein Flurname auf das ehemalige Vorhandensein. So wird am Rande der Hammelbacher Gemarkung ein Waldstück "das Brandschneiderkreuz" genannt. Über dieses Kreuz erzählt sich das Volk eine alte, unheimliche Geschichte. Ein prahlerischer Schneider im Dorf drunten erbot sich, den Hexen bei ihrem mitternächtlichen Tanz am Kreuzweg zuzusehen. Er legte sich auf die Lauer unter einer Egge, die ihm nach altem Volksglauben Schutz bieten sollte. Als die Hexen aber bei ihrem wilden Tanz den lauernden Schneider erblickten, ritten sie auf ihren Besen mehrmals so heftig über die Egge, daß deren Zähne sich in den Körper bohrten und der Schneider eines jämmerlichen Todes sterben mußte. An der Todesstelle, die ein Kreuzweg war, errichtete man ein Kreuz. Heute erinnert nur noch der Name des Waldstückes daran. Wenn wir auch den dichten Schleier, der zumeist über diesen alten steinernen Zeugen liegt, nicht oder nur wenig lüften können, so sind sie doch unserer Beachtung wert. (Winter 1966)

Quellen und Literatur:
Riebeling, Heinrich - Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, 1977, Ziff.6318.2
Winter, Heinrich - Heimatliches Erbe, Bd. 1 - Am Wegrand. Fünfzig Beiträge zur Heimatkunde und Heimatpflege in Starkenburg und Nordbaden, ca.1966, S.141-143
Recherche und Foto von Volker Rumpf, Ebsdorfergrund


Sühnekreuze & Mordsteine