Deutschland Baden-Württemberg Lkr. Schwäbisch Hall

Eutendorf / OT von Gaildorf


die Ostseite

Abbildung bei
Losch (1981)

PLZ: 74405

GPS: N 49° 1,815', O 9° 45,748'

Standort: Ca. 300m westlich des Ortsrandes von Eutendorf an einer Wegkreuzung (Verbindungsstraße Eutendorf-Ottendorf kreuzt mit Wanderweg Adelbach-Gaildorf), unter einer alten Lindengruppe.

Größe / Material: 130:128:15-18 / Sandstein

Geschichte: Nägele (1913) berichtet von zwei Steinkreuzen. Von Losch (1981) wurde das zweite nicht in die Liste der verschwundenen Steinkreuze übernommen.

Ein wuchtiges Kreuz mit breiter Front- bzw. Rückseite und schmalen Seiten. Die Arme weisen in NNW-SSO-Richtung. Das Kreuz ist leicht nach SO geneigt. Die Ostseite (Rückseite) weist starke Abblätterungen auf, besonders im Kreuzungsbereich. Von der in der Literatur angegebenen Einrillung, die als Reste einer Pflugschar gedeutet wurden, ist außer einer waagrechten Kerbe im Kopfbereich nichts mehr zu sehen. Allseitig sind löchrige Auslösungen verschiedener Größe vorhanden. Von der Schauseite (W) her betrachtet ist der linke Arm verkürzt und unten schräg abgebrochen; Arm- und Kopfenden sind abgerundet. Datierung: ca. 15./16.Jh. (Kraiss / Reuter / Losch 2001)

Ein Armende an der Unterseite zum Teil abgebrochen. Abblätterung auf einer Ansichtsseite. Einige runde Vertiefungen. Form: Langbalkig mit kleinen Maßdifferenzen (z.B. unterschiedliche Armansicht). Minimale Balkenverbreiterung. Zeichen: Auf der abgeblätterten Seite Rest einer Einrillung, als Pflugschar gedeutet. Datierung: ca. 15./16.Jh. (Losch 1981)

Es handelt sich meist um rein zufällige Nennungen: [...] in einem Gemeinderegister 1531 das Steinkreuz bei Eutendorf Krs. Backnang [...] (Losch 1967)

   XXVIII. Kreuzsteine im Oberamt Gaildorf (2).
   Bei Eutendorf unter einer Linde stehen zwei Steinkreuze, bei denen ein Duell stattgefunden haben soll. (Nägele 1913)

Sage: 1. Zwei Handwerksburschen oder Bettler sollen wegen eines Brotlaibs in Streit geraten sein und gegenseitigen Totschlag begangen haben.
2. Nachts gehe der Lindengeist und geisterhafte Hasen um.
3. Hier soll ein Duell stattgefunden haben soll.

Quellen und Literatur:
Nägele, Anton - Über Kreuzsteine in Württemberg und ihre Bedeutung, in: Württemberisches Jahrbuch für Statistik 1913, S.417b
Kost, Emil - Steinkreuze im Limpurger Land, in: Der Kocherbote (Gaildorf) vom 16.71951, S.3
Losch, Bernhard - Steinkreuze in Südwestdeutschland, 1968, S.59
Losch, Bernhard - Sühne und Gedenken. Steinkreuze in Baden-Württemberg, Stuttgart 1981
Kraiss, Eva Maria / Reuter, Marion / Losch, Bernhard - ...und erschlugen sich um ein Stücklein Brot - Sühnekreuze in den Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe, Herausgeber: Isabella Fehle im Swiridoff Verlag, 2001
recherchiert und bebildert von Peter Hartig, Kirchberg/Jagst (Fotos vom 26.August 2008)


Sühnekreuze & Mordsteine