Deutschland Brandenburg Lkr. Potsdam-Mittelmark

Kleinmachnow


Blick zum Standort
Foto: Sommer (2009)

Ansicht von rechts
Foto: Sommer (2009)

Ansicht von links
Foto: Sommer (2009)

Zustand 2005
Foto: Sommer

Perspektive
Foto: Ache (2005)

Zustand 1967
Fotos: Grebe
Quelle: BLDAM

Detail Wappen
Foto: Grebe (1967)
Quelle: BLDAM

Südseite
Quelle: BLDAM (1967)

Nordseite
Quelle: BLDAM (1967)

Zustand 1935
Quelle: BLDAM

als AK-Motiv
um 1920

Abbildung bei
Bürner (1915)

PLZ: 14532

GPS: N 52° 23.694', O 13° 13.418'

Standort: An der Kirche, innen rechts neben dem Kirchhoftor.

Größe / Material: 87:44-83:21 / Sandstein

Geschichte: Auf dem Kopf ein Näpfchen. Die besondere Fprm des Sockels erinnert an ein Bogensockelkreuz, wie wir es nicht selten aus Einzeichnung auf Kreuzsteinen finden. Ein vergleichbares Kreuz auf Halbkreisbogen finden wir im bay. Dorgendorf.

Nach der Beschreibung von Bürner (1915) war das Steinkreuz nie in die Friedhofsmauer eingemauert, sondern in die Gutsscheune. Das steht somit im Widerspruch zur Aussage Koch's (1990). Auf der Internetseite fortunecity.de findet sich ein Hinweis auf die Friedhofsmauer und die in der Sage erwähnte Familie von Hacke.

An der Innenseite der heutigen Kirchhofmauer steht ein Steinkreuz aus dem 16. Jahrhundert. Als die Gutshofmauer, an der es ursprünglich stand, abgetragen wurde, ist es dorthin umgesetzt worden. (Zehlendorfer Jahrbuch 1998)

Das Kreuz war ursprünglich in die den Friedhof umgebene Mauer eingelassen und wurde nach deren Abriss und Neubau in den ersten Nachkriegsjahren innerhalb derselben aufgestellt. Das im Fuss angebrachte Wappenschild ist schon lange Zeit nicht mehr lesbar. Es wird auch berichtet, dass man lange Zeit noch Degen und Sporen des Gefallenen in der Dorfkirche betrachten konnte. (Koch 1990)

Aktennotiz S. Kramer 28.8.1964 in Ortsakte Kleinmachnow BLDAM:
Betr.: Steinkreuz in Kleinmachnow, Kreis Potsdam-Land
Am 28.8.1964 wurde das Steinkreuz von Kleinmachnow besichtigt. Es ist in die Wand des ehemaligen zum größten Teil abgerissenen Schafstalles des früheren Gutes eingemauert. Wir finden es an der Kirche gegenüber gelegenen Stallwand fast an der Hausecke zur Straße. Zur Zeit steht dickes Gebüsch davor. Das Kreuz ist aus hellem Sandstein. Der linke Arm ist abgebrochen und in der Mauer durch einen Ersatzteil aus anderem Stein ergänzt.
Dienstreisebericht K. Grebe vom 18.5.1967 in Ortsakte Kleinmachnow BLDAM:
Bericht über die Dienstfahrt am 16. Mai 1967 Kleinmachnow
Betr.: Beschädigung des Steinkreuzes
Die Besichtigung ergab, daß die Wand, in der das Steinkreuz eingemauert war, bis fast auf das Fundament abgerissen. Das Kreuz steht jetzt völlig frei und ist an zwei Stellen beschädigt:
1. Östlicher nur angemauerter Kreuzarm fehlt völlig.
2. Westlicher Kreuzarm ist auf der Südseite durch Pickenschlag so beschädigt, daß ein eingemeißeltes Zeichen verlorenging, und zwar auf der bisher nicht sichtbaren eingemauerten Rückseite.

Brief der Gemeinde Kleinmachnow vom 7.8.67 an Museum für Ur- und Frühgeschichte Potsdam:
Wir möchten Ihnen heute mitteilen, daß das Sühnekreuz freibleibend an der Innenmauer des Friedhofes der Evangelischen Kirchen-Gemeinde Kleinmachnow aufgestellt worden ist. (Ortsakte BLDAM)

   Klein-Machnow, an der Dorfstraße in die Giebelwand des Stallgebäudes des Gutshofes eingemauert. Angeblich dem Andenken eines Ritters von Schlabrendorf geweiht, der hier von einem aus dem Geschlecht von der Hacke erschlagen wurde. (Schmidt 1916)

[...] Nun wollen wir uns auch die Form der Sühnesteine an Hand einiger Abbildungen aus verschiedenen Teilen Deutschlands ansehen. Da haben wir zunächst ein Steinkreuz an der Scheune des v. Hake’schen Gutes in Klein-Machnow (Brandenburg); in den Stein ist ein zweites Kreuz eingemeißelt, das vielleicht auch ein Schwert vorstellen soll. Früher stand das Sühnezeichen an der Landstraße und ist erst in neuerer Zeit in die Scheunenwand eingemauert worden; es erinnert an den Vorfall, dass einst v. Hake einen v. Schlabrendorf auf offener Landstraße bei einem Raufhandel tötete. Sporen und Degen des ermordeten werden in der Dorfkirche noch gezeigt. (Bürner 1915)

   Die alte Kirche. Gegenüber der Einfahrt mit dem Medusenkopf liegt die Kirche. Eh wir sie erreichen, passieren wir ein Steinkreuz, hart an der Straße, zum Andenken eines Schlaberndorf errichtet, der hier in einem Duell mit einem von Hake auf offener Dorfstraße getötet wurde. Sporen und Degen des Gefallenen sind in der Kirche aufgehängt. (Fontane 1881)

Sage: Ein Herr von Hake, königlicher Mundschenk, soll von seiner jungen Frau betrogen worden sein. Der Gehörnte erwischte sie mit einem Junker Lenz von Schlabrendorf beim Liebesspiel und stach dem Nebenbuhler daraufhin den Degen ins Herz.

Quellen und Literatur:
Fontane, Theodor - Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Vierter Teil: Spreeland, 1881, hier: 2.Auflage 1982, Aufbau-Verlag Berlin, S.305
Bürner, Dr. R. - Sühnesteine. Thüringer Monatsblätter, Verbands-Zeitschrift des Thüringerwald-Vereins, 23.Jhg., 1915/16, Nr.6 vom 1. September 1915, S.76-77
Schmidt, Rudolf - Märkische Sühnekreuze, in: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der Deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine, 1916, Sp.184
Neuber, Dietrich / Wetzel, Günter - Steinkreuze und Kreuzsteine: Inventar Bezirk Cottbus, 1982, S.79
Zehlendorf - Altes und Neues von Menschen, Landschaften und Bauwerken, Jahrbuch 1998, S.133
Koch, Heinz - Chronik von Kleinmachnow, Berlin 1990
Forschungsgruppe Preußische, Mecklenburgische und Anhaltische Meilensteine e.V., Uwe Stößel, Saalfeld
fortunecity.de
Ortsakte BLDAM, Fotos von K. Grabe von 1967
recherchiert und bebildert von Robert Ache, Cottbus (Fotos von Juli 2005)
Ergänzungen von Detlef Sommer, Wünsdorf (Fotos von März 2009 und 2005)


Sühnekreuze & Mordsteine