Deutschland Bayern Lkr. Forchheim

Schlammersdorf (I / II) / OT von Hallerndorf
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Schlammersdorf I Schlammersdorf II

Foto: Basler (2008)

PLZ: 91352

GPS: N 49° 45,968', O 11° 0,192'

Standort: An der Straße von Neuses nach Hallerndorf, St. 2264, Zufahrt nach Schlammersdorf.

Geschichte:

Sage:

Quellen und Literatur:
recherchiert und bebildert von Erich Sauer, Strullendorf



Schlammersdorf (I) / OT von Hallerndorf
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die andere Seite

Foto: Basler (2008)

Zeichnung bei
Rottler (1926)
veröffentlicht bei
Rühl (1999)

Größe / Material: 125:61(Basis):13-27 / Bräunlicher Sandstein

Geschichte: Stark verwitterter Kreuzstein ohne erkennbare weitere Einritzungen, der obere Teil abgebrochen. In der Mitte ist noch der untere Balken vom Kreuz zu sehen.

Bis 1969 stand der Kreuzstein, tief eingesunken in den Boden und in zwei Teile zerbrochen, knapp 100m weiter westlich an der anderen Seite der Staatsstraße 2264 bei der Einmündung eines Feldweges.
In die dem Bildstock zugewandten Seite lateinisches Kreuz eingerillt. Auf der abgewandten Seite Attribut im Flachrelief, das aufgrund seiner starken Abwitterung im oberen Drittel der Platte nicht mehr deutbar ist. Bei der 1991 durchgeführten Restaurierung wurde die alte BruchsteIIe mit Sandsteinersatzmasse neu verfugt, eine AusbruchsteIle ergänzt und der Stein auf ein bodengleiches Betonfundament gesetzt, so daß der gesamte Fuß des Kreuzsteins mit seinen Hauspuren voll sichtbar ist. (Rühl 1999)

Sage:

Quellen und Literatur:
Rottler, Joseph - Kreuzsteine u. Steinkreuze vorzüglich im Bezirke des Landbauamtes Bamberg, Nürnberg 1926. Handschrift mit Skizzen aller 88 inventarisierten Kreuzsteine und Steinkreuze. StAB, Rep. A245, Verz.I, Nr.107
Rühl, Werner - Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Forchheim, Forchheim 1999, Nr.32, S.76-77
Ergänzungen von Paul Basler, Schwarzenbach / Saale



Schlammersdorf (II) / OT von Hallerndorf
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Größe / Material: 325cm hoch / Sandstein

Geschichte: Benennung: "Weiße Marter". Barock-Marter mit Eisenkreuz, die Rundsäule ist erneuert worden. Der Schaft des Bildstocks galt bereits 1961 als verloren, er wurde 1991 ergänzt. Vier leere Bildnischen mit je sechs verputzten Dübellöchern.

Sage: Am 16.01.1720 wurde der Maurer Johann Strasser von Hallerndorf hier durch drei Kugeln tödlich verwundet

Quellen und Literatur:
Voit, Otto - Die Martern im Landkreis Forchheim, 2007, S.138, M120



Schlammersdorf (III) / OT von Hallerndorf


Blick zum Standort

Abbildung bei
Azzola / Dörr (2004)

Zeichnung bei
Rottler (1920)

GPS: N 49° 45,735', O 10° 59,803'

Standort: Links der Staatsstraße 2264 in Richtung Adelsdorf in der Waldspitze, Flur "Am steinernen Kreuzschlag" bzw. "Steinkreuzschlag".

Größe / Material: 137:90:18-36 / Sandstein

Geschichte: Der aus einem Sandstein gefertigte, über dem Boden 1,37m hohe, 90cm breite und bis zu 36cm dicke Kreuzstein in einer Waldecke bei Schiammersdorf, Gde. Hallerndorf (Oberfranken), mit einem 50cm langen Fisch und einem 66cm langen Fahrbaum / Staken als historisches Fischerzeichen; ein spätmittelalterlicher Gedenkstein, um 1500, für einen unversehen, d.h. ohne Ausstattung mit dem Sterbesakrament, umgekommenen Fischer. [...] Der Fahrbaum / Staken diente zur Fortbewegung des Fischernachens in flachen Gewässern, hier der Regnitz, wie noch heute im Spreewald üblich. (Azzola / Dörr 2004)

Frontseitig in den ungelenk gearbeiteten Kreuzstein in breiter Rillung lateinisches Kreuz eingetieft, dessen Schaft (ca. 14cm breit) in einen asymmetrisch gestalteten Dreiberg ( ca. 20cm hoch, ca. 57cm breit) mündet. Links des Kreuzschaftes 50cm langes, klingenförmiges Gerät (Messer?, Sech?), rechts davon 66cm langes Werkzeug mit horizontal gestelltem Griff (?) und gabelförmigem Ende (Pflugreute?) eingetieft. Links des Kopfteils des Kreuzes kleines griechisches Kreuz eingemeißelt. - Den Kreuzstein, der nur noch 100cm aus dem Boden ragte, ließ die Gemeinde Hallerndorf auf Anregung der DSF am 25. März 1997 heben. (Rühl 1999)

   11. Kreuzstein an derselben Straße vor Hallerndorf (Forchheim) an einer Stelle, wo der Wald zwischen Schlammersdorf und Hallerndorf an die Straße dicht herantritt. Zeichnungen in Linien vertieft. Kreuz links oben nur eingeritzt. (Rottler 1920)

Sage: Hier wurde ein Messerschmied erstochen.

Quellen und Literatur:
Rottler - Kreuzsteine und Steinkreuze vorzüglich im Bezirke des Landbauamtes Bamberg, in: Deutsche Gaue, 21.Bd., 1920, S.57-64, Nr.11
Rühl, Werner - Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Forchheim, Forchheim 1999, Nr.31, S.74-75
Azzola, F.K. und Juliane / Dörr, Hans - Die beiden Bruchstücke eines karolingischen Giebelsturzes in der Kirche von Mosbach bei Babenhausen (Kreis Darmstadt-Dietburg), in: Sonderdruck aus Fundberichte aus Hessen 44/45, 3004/2005, S.304 und Abb.35
recherchiert und bebildert von Paul Basler, Schwarzenbach / Saale



Schlammersdorf (IV) / OT von Hallerndorf


Zeichnung bei
Rottler (1920)

GPS: N 49° 45,773', O 11° 0,515'

Standort: Südlich von Schlammersdorf rechts des Weges am Waldrand (unweit von Punkt 271 der TK 6232 in der Flur "Breit") in Richtung Staatsstraße 2264 in Höhe der Korbmacherei Backof.

Größe / Material: 106:69-67:21-26cm / Sandstein

Geschichte: Frontseitig in die bogenförmig abschließende Platte lateinisches Kreuz eingetieft, dessen Querbalken (7cm breit) durch den durchgezogenen Längsbalken (7cm breit) unterbrochen ist. In die vier Felder links und rechts des Längsbalkens ist je eine Zahl eingerillt, worauf bereits Rottler (1920) hinweist (vielleicht Grenzstein mit Numerierung des Waldbezirkes). Aus seiner Skizze geht hervor, daß es sich um die Zahlen 17 (oberes linkes Feld), 7 (unteres linkes Feld) und 20 (unteres rechtes Feld) handelt. Im oberen rechten Feld ist ein "S" eingezeichnet (verstümmelte 8?). Diese Einrillungen sind unterdessen so stark ausgewittert, daß nur noch die "1" im oberen linken und die "7" im unteren linken Feld mit einiger Sicherheit identifizierbar sind. Rückseitig im oberen Teil der Platte sind die Buchstaben BS eingetieft, sicherlich eine spätere Zutat, wie vermutlich die frontseitig angebrachten Zahlen. Im unteren Bereich der linken Seite des Kreuzsteins zwei schräg angeordnete Rillen; frontseitig an der linken Längsseite der Platte unter dem eingetieften Kreuzarm alter Ausbruch. - Die großen Unterschiede in der Dicke des Kreuzsteins resultieren aus den großflächigen Absplitterungen an seiner Rückseite. (Rühl 1999)

   9 und 10. Zwei Kreuzsteine westlich von Schlammersdorf (Forchheim). [...] 10 im Wald links von der Straße. Kreuz in Linien vertieft nebst verschiedenen Zahlen (vielleicht Grenzstein mit Nummerierung des Waldbezirks). (Rottler 1920)

Sage: Hier soll vor unerdenklichen Zeiten ein "Kastenträger" oder Hausirer durch Mörderhand gefallen sein.

Quellen und Literatur:
Rottler - Kreuzsteine und Steinkreuze vorzüglich im Bezirke des Landbauamtes Bamberg, in: Deutsche Gaue, 21.Bd., 1920, S.57-64, Nr.10
Rühl, Werner - Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Forchheim, Forchheim 1999, Nr30, S.72-73
recherchiert und bebildert von Paul Basler, Schwarzenbach / Saale


Sühnekreuze & Mordsteine