Deutschland Bayern Lkr. Lichtenfels

Modschiedel / OT von Weismain


Gesamtansicht
der Gruppe

Foto a. d. Zeit als der Kreuzstein noch am Bildstock lehnte

PLZ: 96260

GPS: N 50° 1,410', O 11° 15,930'

Standort: An der Abzweigung Modschiedel der Bundesstraße Bamberg - Kulmbach.

Größe / Material:

Geschichte: Eine Gruppe von Flurdenkmälern die im Volksmund als Sammelbezeichnung "Wettermarter" genannt wird. Es handelt sich um ein neuzeitliches, mächtiges Feldkreuz, einen barocken Bildstock und einen Kreuzstein.
Jeder Besucher wird von der Atmosphäre dieses Platzes in den Bann geschlagen. Die Stimmung dieses Ortes wurde vor ein paar Jahren von dem Regisseur Fritz Umgelter in einer Szene des Fernsehspiels "Die Freier" nach Josef von Eichdorff filmisch eingefangen.
Jahrhundertlang muss dieser Platz seinen besonderen Rang gehabt haben. Schon die Namen der Flurstücke zeigen dies: Waldung bei der Wettermarter (Pl.Nr. 215), unter der Wettermarter (Pl.Nr. 382), usw. Tatsächlich können auch die Bauern von Modschiedel und Fesselsdorf nicht genau angeben welches von diesen Flurdenkmalen die eigentliche Wettermarter ist.
Die heutige Dreiergruppe Marter - Feldkreuz - Kreuzstein wurde nach der Renovierung des 1981 schwer beschädigten steinernen Feldkreuzes neu gruppiert und auf Betonfundamente gestellt. Das Feldkreuz stammt aus dem Jahre 1918 und wurde von J.A. Kraus aus Weismain gestiftet. Am 26. April 1982 wurde diesem Zeichen christlichen Glaubens durch den Pfarrer von Modschiedel die kirchliche Weihe erteilt.

Die älteste urkundliche Nachricht über die Wettermarter stammt von 1419. Sie spricht von einem Kreuz. Es wird sich sicher um den Kreuzstein handeln, der an den Sockel des Bildstocks jahrhundertelang gelehnt und vor einigen Jahren beim Straßenbau neu gesetzt worden war. Die in dem Kreuzstein auf der Rückseite eingemeißelte Jahreszahl 1534 bedeutet nicht das Jahr der Steinsetzung, der Kreuzstein ist viel älter. Schon 1419 bezeichnet er die Grenze des Geleits noch in der Zeit als die Grafen von Truhendingen hier ihr Geleitsrecht ausgeübt haben. Die Herren Truhendingen sind hier auf dem Gebiet die Rechtsnachfolger der 1248 ausgestorbenen Herzöge von Meranien. Der sicher damals schon vorhandene Kreuzstein wurde wohl schon im 13. Jahrhundert als Geleitsmarter benutzt. Mit der sogenannten Wettermarter im engeren Sinne dürfte er wohl kaum etwas zu tun haben.

Sage:

Quellen und Literatur:
Modschiedel 1382-1982, Aus der Geschichte einer 600jährigen Pfarrei, herausgegeben von Pfarrer Erhard Meissner 1982
recherchiert und bebildert von Thomas Kießling, Weismain


Sühnekreuze & Mordsteine