Deutschland
Bayern
Lkr. Forchheim
Kleinsendelbach (I)
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PLZ:
91077
GPS:
N 49° 36,081', O 11° 8,966'
Standort:
Am westlichen Ortsausgang in Richtung Neunkirchen am Brand ("Erlanger Straße")
am südlichen Fahrbahnrand.
Größe / Material:
83:80:28 / Sandstein
Geschichte:
Mittlerweile ist das Steinkreuz wieder an seinem ursprünglichen Standort zurückgekehrt als letztes
der drei Sendelbacher Kreuze. Die nachfolgende Passage aus "Fränkischer Tag" von 2002 beschreibt die Situation, als die Steine im "Exil" in einer Parkbucht Richtung
Forth, südwestlich von Pettensiedel, standen. Ein junger lebensmüder Mann hat wohl auf den inwischen versetzten Stein sein Auto in voller Wucht draufgehalten. Das
Gedenkkreuz für ihn in der Parkbucht zeugt von seinem Erfolg!
Kreisheimatpfleger Otto Voit hat ein Problem mit dem Steinkreuz in der Parkbucht
zwischen Steinbach und Forth an der Staatsstraße 2740. Das Kreuz wurde vermutlich im Herbst, mindestens vor dem 16.November 2001, zerschlagen.
Weder die Gemeinde Igensdorf noch die Polizeidirektion Ebermannstadt haben einen Unfall gemeldet bekommen. Vielleicht hat jemand aus der Bevölkerung an
der stark befahrenen Straße etwas wahrgenommen. Die Zerstörungen am Steinkreuz müssten, so Otto Voit, an einem Fahrzeug Spuren einer erheblichen Beschädigung
hinterlassen haben. Die Zerstörung des Steinkreuzes kann aber auch auf andere Weise erfolgt sein. Der Kreisheimatpfleger hofft, dass das Steinkreuz wieder aufgestellt
und auf gar keinen Fall heimlich entsorgt wird.
Ursprünglich gehörte das Kreuz in diesem Fall zu einer Gruppe, bestehend aus drei Kreuzen auf der Sendelbacher Höhe. Zwei wurden 1968 hierher versetzt
(Quelle: Deutsche Steinkreuzforschung). Eines davon verschwand 1993 spurlos. Der Grund der tatsächlichen Aufstellung ist nicht bekannt. [...] (Fränkischer Tag 2002)
Seit 1968 links der Staatsstraße 2740 von Steinbach in Richtung Forth in einer Parkbucht. Zuvor stand das Steinkreuz auf der "Sendelbacher Höhe", ca. 4km vom jetzigen Standort entfernt.
Rechter Arm nur als Stumpf erhalten. Frontseitig im Kreuzungsfeld horizontal angeordnetes, leicht erhaben herausgearbeitetes hornförmiges Zeichen. Am
ursprünglichen Standort war das Steinkreuz in einem Steinkasten eingelassen. - Hühnermann beschreibt das einst zu einer Dreiergruppe gehörende Steinkreuz
1915 wie folgt: "[...] auf starkem, kräftigem Sockel ruhend, stark geneigt [...]. Der rechte Arm ist zum Teil abgeschlagen. Auf der Vorderseite befinden sich zwei
kleine Längsrillen. Sonst sind keine weiteren Spuren, etwa von Inschrift oder Zeichen zu bemerken. Der Stein hat die Form des griechischen Kreuzes." Unter den
drei Kreuzen sollen schwedische Soldaten aus dem Dreißigjährigen Krieg begraben liegen. Nach anderer Version handelt es sich um Franzosengräber aus der
Zeit um 1800. Auch wird erzählt, daß sich hier drei Brüder gegenseitig erschlagen haben sollen. Die Flur heißt deshalb "bei den drei Brüdern"; auch "bei den
Martern" wird sie genannt. (Rühl 1999)
25. Eine Gruppe von ehemals drei Steinkreuzen an der Distriktstraße von Kleinsendelbach (Forchheim) nach Neunkirchen a.Br., ungefähr
1-1½km von ersterem Orte entfernt. Die Kreuze stehen auf ungefähr 30cm starken Sandsteinplatten und sind in diese eingelassen. Das eine steht noch aufrecht, das
zweite liegt abgebrochen am Boden und vom Dritten ist nur noch die Sockelplatte mit einem Stumpf des Kreuzes vorhanden. (Rottler 1920)
Sage:
1. Unter den drei Kreuzen sollen schwedische Soldaten aus dem Dreißigjährigen Krieg
begraben liegen.
2. Franzosengräber aus der Zeit um 1800.
3. Drei Brüder sollen sich hier gegenseitig erschlagen haben.
Quellen und Literatur:
• Hühnermann, Wolfgang - 2 Steinkreuze im südlichen Oberfranken, in: Heimatblätter aus Oberfranken, 3.Jg., Juli-Dez. 1915, Heft 3/4, S.160
• Rottler - Kreuzsteine und Steinkreuze vorzüglich im Bezirke des Landbauamtes Bamberg, in: Deutsche Gaue, 21.Bd., 1920, S.57-64, Nr.25
• Rühl, Werner - Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Forchheim, Forchheim 1999, Nr.45, S.99-100 unter Pettensiedel
• Steinkreuz wurde beschädigt, in: Fränkischer Tag, 11.01.2002
• recherchiert und bebildert von Paul Basler, Schwarzenbach / Saale
Kleinsendelbach (II)
GPS:
N 49° 35,864', O 11° 9,313'
Standort:
Links des westlichen Ortsausgangs vor der Einmündung der "Adlerstraße" in die
Staatsstraße 2240 am Weiher.
Größe / Material:
101:83:24 / Sandstein
Geschichte:
Lt. Rottler (1920) ist dies nicht der ursprüngliche Standort. Nur Querbalken mit
dem Kopfteil original erhalten. Hühnermann beschreibt dieses Steinkreuz 1915 wie folgt: Höhe 0,55m [...] Die geringe Höhe erklärt sich aus dem Fehlen des unteren
Stammteiles; die Arme ruhen unmittelbar auf dem Sockel. Dieser derzeitige Zustand des Steines wurde gelegentlich der Wiederaufrichtung durch die Gemeinde
Klein-Sendelbach vor zwei Jahren herbeigeführt. Jedenfalls fehlte bereits das betreffende Stück des abgebrochenen Kreuzes. Bei dieser Gelegenheit wurden leider die
Flüchen "erneuert", d.h. behauen. Das Aussehen ist also zurzeit ein gutes. Nur einige Ecken weisen noch geringe ältere Bruchstellen, kleine Absplitterungen auf. [...]
Nach schwachen Spuren zu schließen, scheint ursprünglich Inschrift und Jahrzahl eingehauen gewesen zu sein. Davon dürften noch die beiden Ziffern 15..
feststellbar sein. 1945 wurde das Steinkreuz umgefahren und 1951 von zwei Bewohnern von Kleinsendelbach [...] wieder zusammengesetzt. 1966 fuhr man das
Steinkreuz erneut um, wobei der Schaft an der Ansatzstelle am Kreuzungsfeld abbrach. Die Instandsetzung und Wiederaufstellung besorgte am 23. August 1969 die
Denkmalschutztruppe des DSF. (Rühl 1999)
25. Eine Gruppe von ehemals drei Steinkreuzen an der Distriktstraße von Kleinsendelbach (Forchheim) nach Neunkirchen a.Br., ungefähr
1-1½km von ersterem Orte entfernt. Die Kreuze stehen auf ungefähr 30cm starken Sandsteinplatten und sind in diese eingelassen. Das eine steht noch aufrecht, das
zweite liegt abgebrochen am Boden und vom Dritten ist nur noch die Sockelplatte mit einem Stumpf des Kreuzes vorhanden. (Rottler 1920)
Sage:
Man bezeichnet das Denkmal schlechthin nur als "Kreuzstein" und glaubt, daß in
früheren Zeiten dort jemand erschlagen wurde.
Eine schaurige Geschichte erzählt man von einem Kleinsendelbacher, der spät abends von Dormitz nach Hause gegangen sein soll. Schon von weitem sah er ein
Lichtlein am Steinkreuz. Als er davor stand, erblickte er vor dem Kreuz einen Sarg, um den herum schwarzvermummte Gestalten standen und mit leiser Stimme
Trauerchöre murmelten. Furcht und Angst schüttelten den Vorübereilenden, als er bemerkte, daß unter den schwarzen Gewändern statt lebender Gestalten nur
Totengerippe zu sehen waren. Er rannte seinem Heimatdorfe zu und war wie von Sinnen. Nachdem er endlich von seinem grausigen Erlebnis berichten konnte,
schwanden ihm die Sinne, er verfiel in ein hitziges Fieber, und am dritten Tage war er eine Leiche. (Rühl 1999)
Quellen und Literatur:
• Hühnermann, Wolfgang - 2 Steinkreuze im südlichen Oberfranken, in: Heimatblätter aus Oberfranken, 3.Jg., Juli-Dez. 1915, Heft 3/4, S.160
• Rottler - Kreuzsteine und Steinkreuze vorzüglich im Bezirke des Landbauamtes Bamberg, in: Deutsche Gaue, 21.Bd., 1920, S.57-64, Nr.25
• Rühl, Werner - Steinkreuze und Kreuzsteine im Landkreis Forchheim, Forchheim 1999, Nr.48, S.104-105
• recherchiert und bebildert von Paul Basler, Schwarzenbach / Saale