Deutschland
Sachsen-Anhalt
Burgenlandkreis
Bad Kösen
Abbildung bei Saal (1992) |
PLZ:
06628
GPS:
N 51° 08.101', O 11° 43.060'
Standort:
In der Grünanlage, die Kirchplatz und Lindenstraße trennt.
Größe / Material:
64:63:24 / Muschelkalk
Geschichte:
Das Kreuz soll früher gegenüber dem Senffschen Haus in der Lindenstraße gestanden haben und
beim Bau des Tunnels im sogenannten Neukösen versetzt worden sein. Eingearbeitet ist ein Schwert von 36cm Höhe und 6cm Breite
und einer Parierstange von 25cm Breite und 4cm Stärke. Spätes 15. Jahrhundert.
Auf einer alten Kösener Ansicht, gezeichnet von J. W. Stör (sculps. Norik.), wohl aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts,
findet sich westlich der Saalebrücke an der „Reichs-Heer-Straße" auf einem Acker ein Totenhügel eingezeichnet. An dem einen Ende
des eingefriedeten Hügels ist ein Kreuz eingezeichnet und die Stelle wie folgt erklärt: „Grab, allwo der schwedische Cosaken-Obriste
Wendul erschossen worden und begraben ist." Das vorhandene Kreuz könnte nach der angegebenen Lage das beschriebene Kreuz
sein und dürfte schon damals einem sekundären Verwendungszweck gedient haben.
In den "Bau- und Kunstdenkmälern" beschreibt H. Bergner unter Berufung auf Carl Chr. Schramm, Hist. Schauplatz, in welchem
die merkwürdigen Brücken etc., Leipzig 1735: Ohnweit (der Saalebrücke) dabei war ein sehr langer Capitän der Cosaken erschossen
und begraben, darüber ein steinern Kreuz und ein Leichenstein mit dieser Inscription: Hie est sepultus Ivon Wentull sub serenissimo
rege Sweciae Carolo XII. Wallachiorum militantium colo-nellus qui die XIIX. September MDCCVI mortuus est. Das ältere Sühnekreuz
dürfte erst später mit dem Tode des erschossenen schwedischen Obersten in Verbindung gebracht worden sein und damit als
Gedenkkreuz gedient haben. Die dargestellte Waffe widerspricht im übrigen der überlieferten Todesursache. (Saal 1989)
Sage:
Das Kreuz soll zur Erinnerung an den schwedischen Hauptmann Ivan Wentull gesetzt worden sein,
der hier am 18. September 1706, mit dem Pferde stürzend, den Tod fand.
Historisch nachgewiesen ist, daß er erschossen wurde. Er befehligte ein Regiment Walachen, der Volksmund weiß aber, daß es Cosacken gewesen sein sollen.
Quellen und Literatur:
• Saal, Walter - Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, 1989, S.23
• Saal, Walter - Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt, 1992